Hej zusammen,
Es ist dieses Gefühl: Du hältst eine handgeschnitzte Schale in den Händen, spürst die raue Oberfläche des Holzes, siehst die feinen Unregelmäßigkeiten der Glasur – und weißt: Das ist kein Massenprodukt. Das ist Handwerkskunst. Etwas, das mit Zeit, Geduld und Leidenschaft entstanden ist. Und genau das ist es, was 2026 wieder im Mittelpunkt steht.
In einer Welt, die von Schnelligkeit und Wegwerfmentalität geprägt ist, sehnen wir uns nach Dingen, die bleiben. Nach Stücken, die nicht nur schön aussehen, sondern auch eine Geschichte erzählen. Dieser Trend hat einen Namen: Slow Design. Und er ist mehr als nur eine Ästhetik, er ist eine Haltung.
Slow Design: Warum weniger mehr ist
Slow Design ist die Antwort auf eine überhastete Konsumwelt. Es geht nicht darum, ständig Neues zu kaufen, sondern darum, bewusst auszuwählen und das, was wir besitzen, wirklich zu schätzen. Handgefertigte Holzaccessoires und Keramik stehen dabei besonders im Fokus, denn sie verkörpern alles, was wir uns gerade wünschen:
- Nachhaltigkeit: Handwerkskunst bedeutet oft lokale Produktion, kurze Transportwege und Materialien, die umweltfreundlich sind.
- Einzigartigkeit: Kein handgefertigtes Stück ist wie das andere. Jede Schale, jeder Teller, jeder Holzlöffel trägt die Spuren seines Schöpfers – und wird so zu einem Unikat.
- Langlebigkeit: Dinge, die mit Liebe gemacht werden, sind auch dafür gemacht, ein Leben lang zu halten. Sie altern schön, entwickeln Patina und werden mit der Zeit nur interessanter.
Skandinavische Vorreiter des Slow Design:
Kai Blomqvist (Dänemark): Holz, das Geschichten erzählt
Der dänische Designer Kai Blomqvist ist bekannt für seine organischen Holzformen, die wie von der Natur selbst geformt wirken. Seine Stücke – ob Schalen, Teller oder Skulpturen – sind raue, fast schon poetische Hommagen an das Material. Blomqvist arbeitet vor allem mit Eiche, Esche und Nussbaum, die er so bearbeitet, dass ihre natürliche Maserung und Struktur im Mittelpunkt stehen.
Sein Markenzeichen? Die sichtbaren Werkzeugspuren. Er glättet seine Stücke nicht bis zur Perfektion, sondern lässt bewusst kleine Unebenheiten und Schnitte sichtbar. „Das Holz soll erzählen, wo es herkommt“, sagt er.
Und genau das macht seine Arbeiten so besonders: Sie fühlen sich echt an.

Thomas Hellström (Schweden): Keramik als Meditation
Der schwedische Keramiker Thomas Hellström ist ein Meister der reduzierten Formen. Seine Schalen und Vasen wirken auf den ersten Blick schlicht, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ihre Tiefe. Hellström arbeitet mit dunkler Steinzeugglasur, die oft unregelmäßig verläuft und jedem Stück eine fast mystische Ausstrahlung verleiht.
Sein Ansatz? Keramik als langsamen, fast meditativen Prozess begreifen. „Ich will, dass die Menschen spüren, wie viel Zeit in diesen Dingen steckt“, erklärt er. Und genau das spürt man: Seine Keramik lädt dazu ein, langsam zu werden, innezuhalten, zu berühren.
Weitere Namen, die du kennen solltest:
- Anna Bera (Schweden): Ihre Keramik kombiniert traditionelle schwedische Muster mit modernen Formen – perfekt für alle, die es farbenfroh, aber nicht kitschig mögen.
- Jonas Wagell (Schweden): Der Schwede entwirft Holzmöbel und Accessoires, die so schlicht sind, dass sie in jedes Zuhause passen – und trotzdem immer ein Statement setzen.
- Kati Tuominen-Niittylä (Finnland): Die finnische Keramikerin arbeitet mit rauen, unglasierten Oberflächen, die an Felsformationen erinnern.
Wie du echte Handwerkskunst erkennst
Nicht alles, was „handgefertigt“ aussieht, ist es auch. Hier sind 5 Merkmale, auf die du achten solltest:
- Unregelmäßigkeiten: Echte Handarbeit ist nie perfekt. Suche nach kleinen Asymmetrien, sichtbaren Pinselstrichen oder uneinheitlichen Glasuren.
- Materialien: Hochwertige Handwerkskunst arbeitet mit natürlichen, langlebigen Materialien wie Massivholz, Steinzeug oder Leinen.
- Haptik: Nimm das Stück in die Hand. Fühlt es sich solide an? Hat es Gewicht? Echte Keramik ist oft schwerer, als man denkt.
- Herstellerangaben: Seriöse Handwerker geben Auskunft über Materialien, Herstellung und Herkunft.
- Preis: Handwerkskunst hat ihren Preis und das zu Recht. Wenn etwas „handgefertigt“ ist, aber ungewöhnlich günstig, solltest du skeptisch sein.
Slow Design in dein Zuhause bringen
Du musst nicht dein ganzes Interieur austauschen. Schon einzelne, bewusste Stücke können einen Raum verändern:
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Holzaccessoires:
- Eine handgeschnitzte Schale aus Eiche für Obst oder Schlüssel.
- Holzlöffel und -bretter aus der lokalen Tischlerei.
- Ein einfacher Holzrahmen für ein Lieblingsfoto.
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Keramik:
- Eine handgefertigte Tasse für den Morgenkaffee.
- Eine große Schale als Tischmitte, die mit der Zeit zur Familie gehört.
- Keramik-Windlichter für warmes, flackerndes Licht.
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Kombinationen:
- Holz und Keramik sind ein Traumteam. Eine raue Holsschale neben einer glatten Keramikvase schafft spannende Kontraste.
- Natürliche Farben wie Beige, Terrakotta oder Dunkelgrün unterstreichen die Handwerkskunst.
Warum dieser Trend mehr ist als nur ein Trend
Die Rückkehr der Handwerkskunst ist eine Reaktion auf unsere Zeit – auf die Sehnsucht nach Echtheit, Nachhaltigkeit und Verbundenheit. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, erinnern uns handgefertigte Dinge daran, was wirklich zählt:
- Geduld: Gute Dinge brauchen Zeit.
- Wertschätzung: Weniger, aber dafür hochwertiger kaufen.
- Geschichten: Jedes Stück trägt eine Geschichte in sich.
Fazit:
2026 geht es nicht darum, mehr zu haben, sondern darum, besser zu wählen. Um Dinge, die unser Zuhause verschönern und unser Leben bereichern.
Was ist dein Lieblingsstück aus Handwerkskunst? Und wo hast du es gefunden?
Ich freue mich auf deine Geschichten! 😊


