Hej zusammen,
wenn Glas zur Sprache wird, entsteht ein ganz eigener Ausdruck – leise, vielschichtig und voller Präsenz.
Die schwedische Künstlerin und Designerin Monica Morales-Schildt (1908–1999) verstand es meisterhaft, dieses fragile Material in bewegte, sinnliche Kompositionen zu verwandeln.
Ihre Objekte gehören zu den schönsten Beispielen der skandinavischen Studioglaskunst des 20. Jahrhunderts und sind doch bis heute ein Geheimtipp.
Wer war Monica Morales-Schildt?
Geboren 1908 in Helsinki als Monica Schildt, heiratete sie später den bekannten schwedischen Schriftsteller Sven Olov Morales.
Sie studierte Kunst in Stockholm, Paris und Helsinki und fand in den 1950er-Jahren ihren Weg zur Glaskunst vor allem durch die Zusammenarbeit mit Kosta Glasbruk, einem der renommiertesten Glaswerke Schwedens.
Morales-Schildt gehörte zu den wenigen Frauen ihrer Zeit, die sich im damals männerdominierten Bereich des Glasdesigns einen eigenen gestalterischen Raum erarbeiteten.

Gestalterisches Profil: Wo Glas atmet
🧊 Freie Form statt Serienproduktion
Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine fast skulpturale Sprache aus.
Sie gestaltete Einzelstücke und Studioglas, die oft keine klaren Funktionen erfüllen, sondern als ästhetische Objekte bestehen.
🌊 Inspiriert von Natur und Bewegung
Viele ihrer Objekte wirken wie durch Wasser geformt – fließend, weich, teilweise asymmetrisch.
Dabei bleibt das Glas stets das zentrale Medium: Licht, Farbe, Form sind bei ihr keine Dekoration, sondern Ausdruck.
🎨 Gedämpfte Farbtöne mit Tiefe
Morales-Schildt arbeitete bevorzugt mit:
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Rauchglas
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Graublau
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Moosgrün
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klaren Glaskörpern mit zarten Einschlüssen oder Blasen
Die Farbwahl ist zurückhaltend, aber intensiv, oft mit leichtem Schimmer oder changierendem Verlauf. Eine bewusste Entscheidung für eine zeitlose Eleganz statt auffälligem Effekt.

Zusammenarbeit mit Kosta Glasbruk
Während ihrer Zeit bei Kosta in den 1950er- und frühen 60er-Jahren arbeitete Morales-Schildt Seite an Seite mit Größen wie Vicke Lindstrand oder Erik Höglund, aber dennoch fand sie eine ganz eigene Stimme.
Sie entwarf:
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Vasen und Schalen mit skulpturalem Charakter
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Glasobjekte mit grafischen Gravuren oder eingeschmolzenen Strukturen
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Einzelstücke, die oft signiert und limitiert waren
Ihre Arbeiten wurden auf Ausstellungen in Skandinavien und international gezeigt, unter anderem in Mailand, Paris und New York.
Warum ihre Arbeiten heute faszinieren
In der heutigen Wohn- und Designkultur, in der Materialauthentizität, Natürlichkeit und Ausdruck wieder zentral sind, wirken Morales-Schildts Entwürfe aktueller denn je.
Ihre Glasobjekte sind:
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nicht funktional gedacht, sondern für das Auge, das Licht, den Raum
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zeitlos, weil sie keinem Trend folgen
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intuitiv denn sie fordern keine Erklärung, sondern laden zum Erleben ein
Mein persönlicher Tipp
Ein Morales-Schildt-Stück ist kein Accessoire, es ist eine leise Präsenz im Raum.
Stelle es frei auf ein Sideboard aus Holz, in sanftes Licht undmit Abstand zu anderem Dekor. So entfaltet sich der volle Charakter: Lichtreflexe, Schattenwurf, subtile Linien – fast wie ein Atemzug aus Glas.
Wenn du eines ihrer Werke findest: achte auf die Signatur, oft „Kosta“ + Namenszug oder Initialen. Echte Stücke sind rar und besonders.
Fazit: Monica Morales-Schildt – Die stille Stimme des skandinavischen Studioglases
Sie war eine Designerin, die mit Form, Farbe und Transparenz Emotionen schuf, die bis heute nachhallen.
Monica Morales-Schildt steht für eine Art des Gestaltens, die sensibel, künstlerisch und zutiefst nordisch ist.
Wer sich für Vintage Glas aus Skandinavien, für Objekte mit Seele und Einrichtung mit Charakter statt Massenware interessiert, wird in ihrem Werk etwas finden, das bleibt.

