Form. Gefühl. Geschichte. Wie drei Frauen das Gesicht von Upsala-Ekeby prägten

Sie entwarfen nicht einfach Keramik – sie schufen Formen mit Haltung.Drei Frauen, drei Handschriften – und ein Ort, der sie sichtbar machte: Upsala-Ekeby.

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Blühende Kastanienzweige spannen sich über einen ruhigen Fluss in Uppsala

Hej zusammen,

 

wenn man an skandinavisches Vintage-Design denkt, fällt früher oder später der Name Upsala-Ekeby. Die schwedische Manufaktur steht für eine ganz eigene Sprache: grafisch, klar, reduziert – und doch warm und lebendig.

Was viele nicht wissen: Hinter dieser Formsprache stehen maßgeblich weibliche Designerinnen.


Ingrid Atterberg, Mari Simmulson und Anna-Lisa Thomson haben das Unternehmen nicht nur bereichert9, sondern es auch entscheidend geprägt.
Mit einer Gestaltung, die Intuition, Klarheit und künstlerischen Mut miteinander verband.


Ingrid Atterberg – Die leise Architektin der Form

 

Ingrid Atterberg war eine Meisterin der Balance.
Seit den 1940er-Jahren entwarf sie für Upsala-Ekeby Objekte, die durch grafische Strenge und materielle Tiefe auffielen.

 

Typisch für Atterberg:

  • Klare Linien und Geometrie

  • Matte Glasuren in gedeckten Farben

  • Strukturierte Oberflächen, oft mit Rillen oder Gravuren

Ihre Vasen und Wandteller wirken wie skandinavische Architektur in Miniaturform – zurückhaltend, aber durchdrungen von Intelligenz und Haltung.

 

Gepunktete Keramikvase Västkusten von Ingrid Atterberg – skandinavische Moderne mit grafischem Dekor

Mari Simmulson – Ausdrucksstarke Poesie in Ton

 

Die aus Estland stammende Mari Simmulson brachte eine ganz andere Stimme ins Sortiment: emotionaler, erzählerischer, manchmal fast folkloristisch.
Seit den 1940er-Jahren gestaltete sie Figuren, Wandplatten und Gefäße mit lebendiger Oberfläche und menschlicher Wärme.

 

Typisch für Simmulson:

  • Figürliche Keramik mit Frauendarstellungen

  • Kräftige Farben und grafische Muster

  • Eine Verbindung von Moderne und Volkskunst

Ihre Objekte erzählen Geschichten, still und kraftvoll – aber immer mit Herz und Charakter.

 

Keramisches Wandrelief mit Fischmotiv von Mari Simmulson für Upsala Ekeby in Blauglasur

 


Anna-Lisa Thomson – Die Poetin unter den Keramikerinnen

 

Anna-Lisa Thomson war nicht nur Gestalterin, sondern auch Lyrikerin.
Ihre Arbeiten wirken fast meditativ – als wollten sie Natur und Form in Einklang bringen.

Thomson war bereits ab den 1930er-Jahren für Upsala-Ekeby tätig – eine Pionierin, deren Designs wie moderne Naturstudien wirken.

 

Typisch für Thomson:

  • Reliefe mit Pflanzenmotiven

  • Vasen mit strukturierten Oberflächen

  • Zarte, fast malerische Glasuren

 

Ihre bekannteste Arbeit, die Vase „Paprika“, ist bis heute ein gesuchtes Sammlerstück – schlicht, organisch, fast skulptural.

 

Paprika-Vasen von Anna-Lisa Thomson – schwedische Keramik mit organischer Form und warmer Glasur

Was diese drei Frauen gemeinsam hatten

 

Obwohl ihre Handschriften ganz unterschiedlich waren, verbindet Atterberg, Simmulson und Thomson ein gemeinsamer Anspruch:

  • Design als kulturelle Aussage

  • Keramik als Medium für Emotion und Alltag

  • Eine tiefe Verbundenheit mit Material und Form

 

Und: Sie hatten Raum zur Gestaltung.

Upsala-Ekeby war, ungewöhnlich für die Zeit, in Ort an dem weibliche Designerinnen Verantwortung und Sichtbarkeit bekamen.


Ein persönlicher Tipp

 

Wer sich für authentisches skandinavisches Wohndesign interessiert, sollte sich bewusst ein Stück jeder Handschrift gönnen:

  • Ein grafisches Gefäß von Atterberg,

  • eine figürliche Platte von Simmulson,

  • eine strukturierte Vase von Thomson.

Diese drei Stimmen im Raum erzählen nicht nur von Stil, sondern von weiblicher Gestaltungskraft, eingebettet in nordisches Design.


Fazit: Mehr als Keramik – ein Vermächtnis

 

Atterberg, Simmulson, Thomson: diese drei Frauen haben Upsala-Ekeby zu dem gemacht, was es heute in Sammlerkreisen ist – ein Synonym für ausdrucksstarke, funktionale und formbewusste Keramik mit Seele.

Ihre Werke leben weiter. In Regalen, in Räumen  und in einer Haltung, die sagt:
Design kann klar sein. Stark. Und leise weiblich.

 

 

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