Hej zusammen,
Wenn Glas plötzlich weich wirkt, fast wie fließender Stoff – dann könnte es von Helena Tynell stammen.
Sie gehört zu jenen Designerinnen, die Licht nicht nur formen, sondern fühlbar machen konnten. Ihre Arbeiten sind poetisch, klar und organisch und gleichzeitig ein Glanzstück der skandinavischen Mid-Century-Ästhetik.
Wer war Helena Tynell?
Helena Tynell wurde 1918 in Finnland geboren und studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule in Helsinki.
Ab den 1940er-Jahren begann ihre Zusammenarbeit mit der Glasmanufaktur Riihimäen Lasi, die für viele Jahrzehnte zum Zentrum ihres kreativen Schaffens wurde.
Neben Vasen und Studioglasobjekten entwarf sie später auch Leuchten, darunter einige der bekanntesten Designs der 1960er- und 70er-Jahre.
Ihr Stil: organisch, lichtdurchlässig, voller Bewegung, ohne jedes Ornament.
Was ihr Werk so besonders macht
🔹 Glas als bewegtes Material
Tynell liebte es, mit Blasen, Wellen und optischen Tiefen zu spielen.
Ihre Glasobjekte wirken oft wie eingefrorene Bewegungen, Sie atmen, fließen, leuchten.
🔹 Farbe als Atmosphäre
Besonders ikonisch sind ihre Werke in:
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Bernstein (Amber)
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Olivgrün
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Smaragd
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Rauchgrau
Die Farben sind warm, weich und perfekt abgestimmt auf das skandinavische Licht.

🔹 Formen mit Handschrift
Ob Vasen, Schalen oder Leuchten, Tynells Entwürfe sind sofort erkennbar.
Sie folgen keiner Mode, sondern einem feinen Gefühl für Proportion, Materialtiefe und Haptik.
Bekannte Werke
Aurinkopullo (Sonnenflasche)
– eine ikonische Glasvase aus den 1960er-Jahren
– quadratisch, mit aufgesetztem Rundhals
– in satten Farben wie Amber, Grün oder Blau
– heute ein begehrtes Sammlerstück für Liebhaber:innen skandinavischen Studioglases
Bubble-Lampen (Blasenleuchten)
– entworfen für Glashütte Limburg (Deutschland)
– Wandleuchten, Deckenlampen, Pendelleuchten aus strukturiertem Glas
– wirken wie gefrorene Luftblasen – diffus, weich, archaisch-modern
Vasenserien für Riihimäki
– oft dickwandiges Pressglas mit Reliefoberfläche
– ideal als Einzelobjekt oder in Gruppen
– wirken besonders in Kombination mit Naturmaterialien: Holz, Leinen, Stein
🌿 Ihre Rolle in der Designgeschichte
Helena Tynell war eine der wenigen Frauen, die sich in der glasmännlich dominierten Designwelt ihrer Zeit etablieren konnten und das mit stiller Autorität.
Sie schuf Objekte, die nicht nur funktional, sondern auch emotional lesbar waren.
Ihr Werk ist ein Schlüssel, um das finnische Design der Nachkriegszeit zu verstehen:
Klarheit, Respekt vor dem Material, Sinn für Licht und der Wille, Alltagsobjekte zu Kunst werden zu lassen.
Ein persönlicher Tipp
Eine Aurinkopullo-Vase wirkt besonders stark, wenn sie allein steht, mit etwas trockenem Gras oder einfach leer.
Und wer eine Bubble-Lampe besitzt: Dimmen lohnt sich. Sie macht aus jedem Raum ein leises Lichtgedicht.

Woran erkennt man Helena Tynell-Stücke?
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Originale von Riihimäki tragen meist eingeprägte Seriennummern oder den „Riihimäen Lasi“-Schriftzug
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Die Glashütte Limburg signierte ihre Leuchten häufig mit Etiketten oder Seriencodes
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Wichtiges Erkennungsmerkmal: strukturierte Glasoberfläche, satte Farben, geometrisch-organische Silhouetten
Fazit: Helena Tynell – Die stille Poesie des nordischen Glases
Helena Tynells Werke zeigen, dass Glas mehr als nur ein Material ist – es ist Licht, Gefühl, Form.
Ob Vase, Leuchte oder Skulptur: Ihre Objekte erzählen von einer Zeit, in der Design noch bedeutungsvoll war, Nicht als Statement, sondern als stille Qualität.
Für alle, die Vintage Glas aus Skandinavien mit Charakter und Seele suchen, ist Tynell eine Entdeckung, die bleibt.

