Lisa Larson: Skandinavische Keramik und Glasobjekte mit Seele

Ob in Ton oder Glas – Lisa Larsons Entwürfe strahlen Wärme und Persönlichkeit aus.Eine Hommage an skandinavische Designkunst, die das Alltägliche besonders macht.

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Traditionelles Holzhaus in Småland, Schweden – hellgrüne Fassade mit roten Fenstern und typischem Ziegeldach unter sommerlichem Himmel

Hej zusammen,

 

es gibt Formen, die bleiben.
Ein rundes Tier aus Ton, das still in die Welt blickt. Eine Frauengestalt mit geschlossenem Blick. Oder ein Glaskörper, der Licht sanft bricht.
Lisa Larson schuf solche Objekte -zunächst in Keramik, später auch im Glasdesign – und prägte damit ein ganz eigenes Kapitel des skandinavischen Nachkriegsdesigns.

Obwohl sie für viele vor allem durch ihre figürliche Keramik bekannt ist, lohnt es sich, auch einen genaueren Blick auf ihre späten Glasarbeiten zu werfen, denn sie zeigen, wie konsequent und zugleich wandlungsfähig ihr gestalterisches Denken war.

 

Eine Gestalterin mit Haltung

 

Lisa Larson wurde 1931 in Småland geboren und studierte an der Kunsthochschule in Göteborg. Ab 1954 arbeitete sie bei Gustavsberg – zunächst unter der Leitung von Stig Lindberg.
Dort entwickelte sie ihre berühmten Serien, teils als Studiokeramiken, teils für die Serienproduktion.

Sie war eine der wenigen Frauen im skandinavischen Nachkriegsdesign, die mit eigener Handschrift und klarer Haltung sichtbar wurde.
Dabei blieb sie stets zugänglich, humorvoll und tief in ihrer Beobachtung des Menschlichen.


Keramik mit Charakter

 

Larsons Keramik ist nie nur dekorativ. Sie erzählt von Tieren, Kindern, Frauen, aber auch vom Alltäglichen:

 

🔸  „Lilla Zoo“ (1955)

– Tierfiguren mit klarer Form, grafischer Oberfläche

– Katze, Löwe, Elefant – alle mit typischer Mimik: freundlich, still, fast meditativ

 

🔸 „ABC-Flickorna“

– Frauenfiguren mit geschlossenen Augen, ruhiger Körperhaltung

– ein Statement für weibliche Präsenz jenseits von Klischees

Lisa Larson Keramikfigur ABC Girls – Dora für Gustavsberg, handbemalte schwedische Vintage-Figur aus den 60er Jahren

🔸 „Adventsbarn“ & „Lucia“

– Klassiker der schwedischen Weihnachtskultur

– Mit klaren Linien, gedeckten Farben, matten Glasuren

 

Ihre Keramiken sind geprägt von:

  • weich gerundeten Formen

  • erdigen Farbtönen, matter Glasur

  • modellierter Oberfläche mit feiner Textur

Glasarbeiten mit Handschrift

 

Weniger bekannt, aber ebenso ausdrucksstark sind Lisa Larsons Arbeiten im Glasdesign, die sie ab den späten 1980er-Jahren realisierte – oft in Zusammenarbeit mit schwedischen Glasstudios wie Kosta Boda.

 

🔹 Glasfiguren & Skulpturen

– teils in klarem oder farbigem Glas

– oft abstrahiert, inspiriert von ihren früheren Keramikformen

– manche Stücke sind Hohlglas mit eingeschlossener Zeichnung oder Struktur

Royal Krona Glasfigur ‚Fuchs‘ von Lisa Larson, schwedisches Design der 1970er Jahre, handgefertigt im Stil der skandinavischen Moderne

🔹 Farbwahl & Oberfläche

– auch im Glas bleibt sie zurückhaltend: klare Formen, ruhige Töne

– dezente Details wie etwa Gravuren, Luftblasen, Mattierungen

Ihre Glasobjekte zeigen: Was als Keramik begann, lebt im Glas weiter. Lichtdurchlässig, fragil, aber mit identischem Ausdruck.


🌿 Warum ihre Werke heute wieder so geschätzt werden

 

Lisa Larsons Entwürfe fügen sich in moderne Wohnräume, weil sie:

  • emotional sind, ohne sentimental zu wirken

  • grafisch, ohne kühl zu sein

  • authentisch, weil sie Geschichten tragen

 

Ob Keramik oder Glas, ihre Objekte sind ideale Begleiter für Menschen, die das Echte suchen. Sie stehen für Wärme im Design, ohne sich in Nostalgie zu verlieren.

Lisa Larson Sonnenblumenrelief für Gustavsberg, handgefertigtes skandinavisches Keramikrelief aus den 60er Jahren mit blauer und grüner Glasu

Ein persönlicher Tipp

 

Wer eine Figur von Lisa Larson besitzt, sollte ihr ein ruhiges Umfeld geben – ein kleiner Sockel, helles Holz, weiches Licht.
Und wenn du ihre weniger bekannten Glaskreationen entdeckst: greif zu denn sie sind rar, aber voller Seele.

Eine Kombination aus Keramik- und Glasstück kann ein zartes, nordisches Gleichgewicht schaffen – Ton und Licht im Dialog.


So erkennst du Originale

 

  • Keramik: Stempel „Lisa L.“ oder „Gustavsberg“, oft am Boden

  • Glas: Gravur mit ihrem Namen oder Signatur auf der Unterseite

  • Neuere Objekte aus dem Keramikstudion Gustavsberg tragen entsprechende Label oder Zertifikate

Vintage-Stücke sind robust, aber: Achte auf Glasurhaarrisse und Chips. Echte Gebrauchsspuren dürfen sein, aber keine Substanzverluste.


Fazit: Lisa Larson – Die Poesie von Form und Material

 

Ob in Ton gebrannt oder im Glas geschmolzen, Lisa Larsons Werk bleibt nahbar und stark zugleich.
Sie war nie laut, aber immer klar. Ihre Keramik- und Glasobjekte sind einfühlsame Begleiter für Menschen, die Wohnkultur als Ausdruck von Haltung, Wärme und Wertschätzung verstehen.

Für alle, die sich in skandinavischem Vintage wiederfinden, ist Lisa Larson eine lebendige Verbindung von Kunsthandwerk, Design und Seele.

 

 

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