Hej zusammen,
während viele Designer des 20. Jahrhunderts auf Reduktion und Funktion setzten, ging Monica Backström ihren ganz eigenen Weg: mutig, expressiv, spielerisch und dennoch tief verwurzelt in der skandinavischen Glastradition.
Sie ließ sich nicht einengen von Normen, sondern suchte nach einer eigenständigen, weiblichen Formsprache.
Ihre Arbeiten für Kosta Boda gehören heute zu den ausdrucksstärksten Zeugnissen moderner Glaskunst. Poetisch, farbenfroh und mit einer Haltung, die zwischen Kunst, Design und Statement balanciert.
Wer war Monica Backström?
Geboren 1939 in Stockholm, studierte Monica Backström Kunst und Design in Schweden und Dänemark.
Früh zog es sie zum Glas als Medium zwischen Licht, Farbe und Bewegung.
Ab den 1970er-Jahren arbeitete sie für Kosta Boda, eine der bedeutendsten Glasmanufakturen Schwedens, und blieb dem Haus viele Jahre verbunden.
Ihre Werke stehen für eine neue Generation von Designerinnen, die nicht nur Objekte gestalten, sondern auch erzählen wollten. Ihre Sprache: Farbe, Intuition, Lebendigkeit.
Ihre Formensprache: Glas darf sprechen
Backströms Stil ist unverwechselbar. Während viele skandinavische Glasobjekte auf Transparenz und Zurückhaltung setzen, begegnen uns in ihren Entwürfen:
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Satte Farben – von Rubinrot bis Opalgrün
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Freie Formen – asymmetrisch, weich, wie von Hand gezeichnet
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Organische Details – Luftblasen, Einschlüsse, geschichtete Farbverläufe
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Skulpturale Ansätze – Vasen und Objekte mit Körper, nicht bloß Oberfläche
Sie nutzte Glas wie ein Malmittel – nicht zur Repräsentation, sondern zum Ausdruck.

Wichtige Werke & Serien
Stone-Serie (1970er–1980er)
Objekte mit kraftvollen Farben, oft durchzogen von Lufteinschlüssen oder Einschmelzungen. Die Stücke erinnern an organische Formen wie Kieselsteine im Fluss.
Experimentell, frei, fast meditativ.

Free Forms & Studioglas (1980er–2000er)
Einzelstücke mit fließenden Linien, oft in Rauch- oder Regenbogenfarben.
Typisch: Kombination aus klarem Glas und kräftigen Einsprengseln – wie Bewegung in Material übersetzt.
Spätere Werke
Mehr skulptural als funktional, oft in limitierter Auflage.
Hier spürt man deutlich ihren künstlerischen Anspruch und ihre Nähe zur freien Glaskunst.
Ein Gegenentwurf zur funktionalen Strenge
Was Monica Backström besonders macht:
Sie nahm sich Raum, sowohl ästhetisch wie gesellschaftlich.
In einer Designwelt, die oft männlich geprägt war, brachte sie Weichheit, Emotionalität und Farbe zurück ins Gespräch.
Ihre Werke wirken wie Statements:
– gegen das rein Funktionale
– gegen das rein Dekorative
– für eine offene, lebendige, weibliche Designhaltung

Ein persönlicher Gedanke
Monica Backströms Arbeiten haben etwas Unerwartetes. Man kann sie nicht „kategorisieren“.
Ich erinnere mich an eine Vase in tiefem Rot mit eingefrorenem Schwung – wie ein Farbtropfen in Zeitlupe. Nicht „praktisch“und auch nicht „brav“.
So ein Objekt bleibt nicht nur im Rega. Es bleibt im Kopf.
Ihr Erbe: Farbe mit Haltung
Monica Backström hat das schwedische Glasdesign um eine Dimension erweitert.
Sie hat gezeigt, dass Glas mehr kann als schön sein: Es kann fühlen. Es kann fragen. Es kann frei sein.
Ihre Arbeiten stehen heute in Museen, aber auch vor allem in einem offenen Dialog mit allen, die sich nicht an Vorgaben halten wollen.
Fazit: Glas, das leuchtet – innen wie außen
Monica Backström erinnert uns daran, dass Design nicht immer leise sein muss, um tief zu wirken.
Ihre Glasobjekte strahlen von innen, nicht nur durch Farbe, sondern durch Persönlichkeit.
Und vielleicht liegt darin ihr größtes Geschenk:
Mut zur Ausdruckskraft.
Farbe als Haltung.
Glas als Sprache.
